Hauptursachen für KVKK-Verstöße auf kommunalen Websites
Kommunale Websites bündeln Angebote wie Anträge, Beschwerden, Anfragen, Zahlungen, Termine und Informationen und bieten so zahlreiche digitale Dienstleistungen an einem Ort. Durch diesen großen…
⏱️ Lesezeit: 10 min · 📁 Kategorie: KVKK, Kommunale Webseiten & Digitale Dienste
Hauptursachen für KVKK-Verstöße auf kommunalen Websites
Kommunale Websites bündeln Angebote wie Anträge, Beschwerden, Anfragen, Zahlungen, Termine und Informationen
und bieten so zahlreiche digitale Dienstleistungen an einem Ort.
Durch diesen großen Funktionsumfang werden Gemeinden zu
digitalen Datenverarbeitungsumgebungen mit hohem Risiko im Sinne der KVKK.
Die Prüfung von Entscheidungen des türkischen Datenschutzgremiums und Vor-Ort-Audits zeigt, dass
ein erheblicher Teil der KVKK-Verstöße in Gemeinden
direkt über die Websites erfolgt.
In diesem Artikel untersuchen wir
die wichtigsten strukturellen Ursachen für wiederkehrende Verstöße.
Eine Website ist eine aktive Datenverarbeitungsplattform und keine bloße Informationsanzeige. 1. Gestaltung und irreführende Verwendung von Cookie-Bannern
Eine der häufigsten Ursachen für Verstöße auf kommunalen Websites ist
die rechtswidrige Gestaltung von Cookie-Bannern.
Die meisten Gemeinden haben Banner, doch diese
holen keine rechtswirksame Einwilligung ein.
- Alle Cookies als "essential" präsentieren
- Standardmäßig angekreuzte Kontrollkästchen
- Formulierungen wie „Wenn Sie fortfahren, gilt dies als Zustimmung“
- Versteckte oder fehlende Ablehnungsoption
Entscheidend ist eine freiwillige und informierte Einwilligung, nicht allein das Vorhandensein eines Banners. 2. Abweichungen zwischen Cookie-Richtlinie und tatsächlicher Praxis
In den meisten Gemeinden stimmen die Cookie-Richtlinien
nicht mit den tatsächlich auf der Website eingesetzten Tracking-Technologien überein.
- Fehler bei der Angabe von analytischen oder Drittanbieter-Cookies
- Allgemeine Aussagen über Cookie-Dauer und Zweck
- Ausführung von Skripten und Tags, die in der Richtlinie nicht aufgeführt sind
Das Datenschutzgremium bewertet dies als
Verstoß gegen die Transparenzpflicht.
Die Online-Formulare der Gemeinden für Anträge, Eingaben und Anfragen
gehören zu den Bereichen, in denen der Grundsatz der Datenminimierung am häufigsten verletzt wird.
- Abfrage der türkischen Identitätsnummer ohne Bezug zur Dienstleistung
- Unnötige Kontaktinformationen
- Nicht standardisierte Freitextfelder
Daten können nicht mit der Begründung erhoben werden, dass sie "in Zukunft erforderlich" sein könnten. 4. Fehlende Einbindung von Datenschutzhinweisen in Formulare
Auf vielen kommunalen Websites fehlen die Datenschutzhinweise entweder vollständig
oder werden nur über eine Weiterleitung auf eine vom Formular völlig getrennte Seite bereitgestellt.
- Keine Datenschutzinformation vor dem Formular
- Schwer zugängliche Datenschutzhinweise
- Der Text ist nicht spezifisch für den betreffenden Dienst
Ein weiterer häufiger Fehler der Gemeinden besteht darin,
in Online-Formularen ausdrückliche Einwilligungen einzuholen, obwohl bereits eine Rechtsgrundlage vorliegt.
- Einwilligung als Voraussetzung für die Antragstellung
- Einwilligung und Bestätigung der Datenschutzhinweise in einem Kontrollkästchen zusammenfassen
- Einstellung der Dienstleistung bei Widerruf der Einwilligung
Diese Praktiken machen die Einwilligung unwirksam und
setzen die Gemeinde einem höheren Sanktionsrisiko aus.
Kartendienste, Videoplayer, Analysewerkzeuge und
Social-Media-Erweiterungen werden auf kommunalen Websites häufig eingesetzt.
- Ausführung von Skripten vor der Einwilligung
- Übermittlung von Daten ins Ausland
- Unklare Abgrenzung zwischen Auftragsverarbeiter und Verantwortlichem
in ihrer Eigenschaft als Verantwortliche. 7. Mängel bei Sicherheit und Protokollierung
Die auf Websites erhobenen Antrags- und Formulardaten
werden häufig nicht ausreichend geschützt.
- Für unbefugte Zugriffe offene Verwaltungsoberflächen
- Mangelnde Verschlüsselung
- Fehlende Zugriffs- und Aktivitätsprotokolle
- Websites als rein technische Aufgabe betrachten
- Fehlende Abstimmung zwischen Rechts- und IT-Abteilungen
- Ungeprüfter Einsatz fertiger Themes und Erweiterungen
- Fehlende Prüf- und Testverfahren
statt erst nach der Veröffentlichung. Was sollten Gemeinden tun? (Zusammenfassung)
- Cookie-Banner rechtskonform neu gestalten
- Datenerhebung für jedes Formular minimieren
- Dienstleistungsspezifische Datenschutzhinweise erstellen
- Drittanbieter-Skripte in Inventar und Einwilligungssystem einbinden
- Website-Sicherheit und Protokollierungsmechanismen stärken
Kommunale Websites sind einer der sichtbarsten und auditierbarsten Bereiche in Bezug auf KVKK.
Die Hauptursache für Verstöße ist nicht technisches Unvermögen, sondern
die fehlende Einbindung rechtlicher Anforderungen in die digitale Gestaltung.
Eine schlecht konzipierte Website
wird für Gemeinden zu einer Quelle wiederkehrender Verstöße.
Quellen und weiterführende Dokumente
Diese Dokumente dienen als Referenzen für die im Artikel behandelten Methoden und Regeln.
